Startseite Finanzen Wechselrichter für die Energiewende: Hardware-Start-up STABL erhält 1 Million Euro Seed-Finanzierung

Wechselrichter für die Energiewende: Hardware-Start-up STABL erhält 1 Million Euro Seed-Finanzierung

von SolopreneurRATGEBER

Kleine Komponente für die große Energiewende: Mit einer neuen Generation Wechselrichter steigert STABL Energy die Leistung von Batteriespeichersystemen. Dafür erhält das vierköpfige Gründungsteam 1 Millionen Euro Seed-Finanzierung von Energie360, dem Smart Energy Innovation Fund, der Initiative for Industrial Innovators und weiteren Business Angels.

Batteriespeichersysteme sind unverzichtbar für die Energiewende. Sie erhöhen die Flexibilität des Stromnetzes, die nötig ist, um unbeständige Energiequellen wie Wind und Sonne jederzeit verfügbar zu machen. Den Wirkungsgrad von Batteriespeichern weiter zu erhöhen, ist daher eine wichtige Aufgabe bei der Umstellung auf nachhaltige Energie. Genau das ist das Anliegen des Hardware-Start-ups STABL: Das vierköpfige Gründungsteam entwickelt eine neue Generation Wechselrichter, die die Leistung und Effizienz der Batteriespeicher auf eine höhere Stufe heben: Im Vergleich zu konventionellen Wechselrichterlösungen ist die Elektronik nur halb so groß. Mit ihr gelingt es, die Energieverluste um bis zu 70 Prozent zu reduzieren und die Batteriekapazität um 5 Prozent zu steigern.

„Mit einer neuen Generation dynamischer Wechselrichter machen wir Batteriespeicher leistungsstärker. Das spielt eine entscheidende Rolle für die Wende zu erneuerbarer Stromerzeugung und Elektromobilität. Mit der Einigung auf den Europäischen Green Deal finden wir gute Voraussetzungen vor, um unser Geschäft in den kommenden Jahren erfolgreich auszubauen“, so Dr. Nam Truong, Co-Founder and Managing Director der STABL Energy GmbH.

Pilotsysteme zeigen Potenzial für die Energiewende

Abnehmer der Wechselrichter sind Anbieter von Batteriespeichersystemen und Betreiber von Batterieanlagen im kommerziellen, industriellen und Versorgungsbereich. Derzeit baut STABL Pilotsysteme mit Herstellern von Batteriespeichern auf, die sich ersten Testläufen bewähren. Mit dem frischen Kapital möchte STABL Produktionsvolumen steigern, den Vertrieb stärken und die Aktivitäten auf dem europäischen Markt ausweiten.

Modularer Aufbau verbessert Effizienz, Sicherheit und Handhabung

Bei herkömmliche Energiespeichern sind die Batterien in Reihe geschaltet. Da dabei hohe Spannung entsteht, dürfen nur zertifizierte Spezialisten die Installation und Wartung übernehmen. Die Systeme sind außerdem schwer und unhandlich. STABL läutet die neue Generation Wechselrichter ein, indem sie die Speicher in eigenständigen Modulen aufbauen. Die Module werden je nach Bedarf dynamisch verschaltet – gesteuert von einer Software. Das erhöht die Ausfallsicherheit: Wenn ein Akku nicht mehr funktioniert, bleibt das System dennoch betriebsfähig. Die Vorteile der Lösung von STABL liegen außerdem in der deutlich leichteren Handhabung und größerer Sicherheit bei der Wartung, da durch den modularen Aufbau deutlich geringere Spannung anliegt. Mit der Markteinführung ist das Team aber noch nicht am Ende der technologischen Entwicklung. „Wir können mit unserer Technologie die Batterie sehr genau im realen Betrieb messen und darüber eine präzise Datenbasis schaffen für genaueste Batteriediagnose, wie es sie noch nie zuvor gab. Das ermöglicht in Verbindung mit künstlicher Intelligenz zukünftig völlig neue Geschäftsmodelle“.

Von der Ingenieursleistung zur Marktreife

Das Konzept für die Technologie stammt aus mehrjährigen Forschungsprojekten an der Technischen Universität München und der Universität der Bundeswehr München. Dr. Arthur Singer hat die Grundlage für die industrielle Verwertung des innovativen Verfahrens in seiner Zeit als Doktorand an der Universität der Bundeswehr München geschaffen. Die Gründung von STABL Energy ist damit ein Beispiel für findigen Ingenieursgeist aus Deutschland und gelebten Wissenschafts-Praxis-Transfer. Gemeinsam mit seinen Co-Gründern Christoph Dietrich, Martin Sprehe und Dr. Nam Truong führt er die technische Innovation zur Marktreife. In diesem Prozess wurden STABL bisher unterstützt durch das Exist-Förderprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie und im Rahmen des Accelerator-Programms „Samsung for Impact“.

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