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not yet normal: Was ist eine Business Development Agentur?

von SolopreneurRATGEBER
Ina Neumann und Steffen Schwab

Ina Neumann und Steffen Schwab sind die Gründer der Business Development Agentur not yet normal. Mit einem neuartigen Agenturmodell richten sich die Hamburger gezielt an Startups und Innovationsvorhaben etablierter Unternehmen.

Soweit so spannend – doch was steckt genau dahinter? Wir haben den beiden Gründern elf fiese Fragen gestellt und ihnen die Möglichkeit gegeben, ihr Modell zu erklären.

Braucht der Markt eine weitere Agentur?

Ina Neumann: Unbedingt, und zwar eine, die die Lücke zwischen Unternehmensberatung, Innovationsagentur und operativ verantwortlicher Agentur schließt und Potenziale hebt, die ansonsten untergehen. Eine Agentur, die in End-to-End-Prozessen denkt, von der Idee, über das Geschäftsmodell bis hin zur Produktverwendung – und umgekehrt. Wir entwickeln Konzepte nicht für die Schublade, sondern bis zur Marktreife. Und generieren nicht nur nutzerorientierte Produkte, sondern auch gleich deren Nachfrage. not yet normal ist die Business Development Agentur, die die Unternehmen und Agenturkunden von morgen entwickelt.

Business Development, macht ihr dann auch Sales?

Steffen Schwab: Unsere Arbeit ist kein Selbstzweck. Wir begreifen uns als Business Strategen und bringen in jedes Projekt unser ganzheitliches Verständnis von Marketing mit ein. Entsprechend fühlen wir uns auch für den Abschluss verantwortlich – durch Vermarktungsstrategien, taktisches Growth Hacking, den Aufbau von Strukturen und Prozessen oder den Aufbau von Produkt-Ökosystemen mit potenziellen Kooperationspartnern, in dessen Mittelpunkt immer der Mensch steht. Neue Geschäftsmodelle müssen nicht nur vom Nutzer aus gedacht sein, sondern bestenfalls mit ihm zusammen entwickelt werden. So bauen wir nicht nur Produkte, sondern direkt loyale Verwender und Multiplikatoren auf. Und beschleunigen den Entstehungsprozess. Das gelingt vor allem dann erfolgreich, wenn alle Beteiligten am Erfolg partizipieren.

Okay, Business Development Agentur also. Könnt ihr in wenigen Sätzen erklären, was das ist? 

Ina Neumann: Wir entwickeln und etablieren neue, nachhaltige Geschäftsmodelle für und mit Startups und Grownups. Wir wissen, dass wegweisende Geschäftsmodelle aus guten Ideen kombiniert mit kreativem Marketing, für und mit Verwendern, entstehen. Und dass Geschäftsmodelle dann erfolgreich werden, wenn alle Beteiligten am Erfolg partizipieren. Das schaffen wir durch auf die Situation zugeschnittene Teams und Prozesse. Wir sehen im Heute die relevanten Anknüpfungspunkte, mit denen wir das Morgen gestalten können.

Blabla, was macht ihr genau?

Ina Neumann: Wir knüpfen mit Workshop-und Sprint-Formaten an, die schnell und unkompliziert Input geben, Blockaden lösen oder einen bestehenden Gedanken anfassbar machen. Unser Anspruch ist es nicht eitel zu sein, wenn Pragmatismus gesucht wird.

Und wir leiten und treiben Innovations-Projekte, von der Ideenentwicklung bis zum Go-to-Market, die parallel zur bestehenden Organisation laufen können. So können Unternehmen ungehobene Potenziale angehen, die sonst z.B. aus kapazitären Gründen liegen bleiben, oder auch bewusst eine komplett andere Herangehensweise ausprobieren.

Woher nehmt ihr den Mut, etwas so Großes zu versprechen?

Ina Neumann: Wir sind beruflich in der Kreativbranche zu Hause und haben sowohl in Startups als auch Unternehmensberatungen gearbeitet. Wir kennen die Abläufe in jungen Unternehmen und Großkonzernen und sind es gewohnt, aus unterschiedlichen Perspektiven auf unternehmerischen Erfolg und Herausforderungen zu blicken. Unser Anspruch ist das Beste aus den Welten zu verbinden, mit dem Fokus auf die überraschende Lösung, die etwas bewirkt.

Wir haben gelernt, dass wir mit unserer Herangehensweise und unserem Handwerk ganze Unternehmen leiten oder transformieren können. Jetzt machen wir diese Erfahrung zu unserem eigenen Geschäftsmodell.

Und das reicht aus, um selbst erfolgreich zu werden?

Steffen Schwab: Sicher nicht allein. Mit den Jahren haben wir eine gesunde Einschätzung dessen entwickelt, was wir können und vor allem auch, was wir nicht können und wer oder was uns ggf. auch fehlt. Wir sehen schnell, was benötigt ist, wo wir es herbekommen und wie wir es einsetzen müssen. In der Zusammenarbeit mit unseren Kunden verstehen wir uns als Partner, und wir glauben an die Kraft funktionsübergreifender Teams, die Chancen ganzheitlich und gemeinschaftlich angehen. Entsprechend setzen wir auf strategische Agentur-Partnerschaften, die gegenseitigen Zugang zu Kompetenzen und Kontakten ermöglichen. So befruchten sich die Geschäftsmodelle gegenseitig: Wir entwickeln aus bestehenden Zugängen und Chancen mit vorhandenen Kompetenzen die Auftraggeber von morgen.

Als würden Startups dafür Geld ausgeben …

Ina Neumann: Stimmt. Übrigens der Grund, warum neun von zehn Startups scheitern. Einer Fortune Studie von 2019 nach liegt das Scheitern an fehlender Kundenorientierung, ineffektiven Marketing-Strategien und fehlender Dynamik beim Reagieren auf neue Erkenntnisse. Das deckt sich mit unserer Erfahrung.

In den Businessplänen sind die Marketingbudgets häufig unterrepräsentiert. Marketing wird als Kostenblock verstanden und nicht als Investment in den eigenen Erfolg und das Gewinnen der begehrten Verwender*innen. Gesucht wird in der Regel ein Marketing-Generalist, der strategisch denkt und gleichzeitig als Spezialist selbst Hand anlegen kann. Und dabei am besten noch das Unternehmen mit aufbaut. Die sind aber verdammt selten.

Wie löst ihr dieses Dilemma?

Steffen Schwab: Was die einen als Dilemma bezeichnen, ist für uns der Hebel. Wir sind in der Lage, in dieser frühen Phase die Marketing-Verantwortung zu übernehmen und ein auf das akute Bedürfnis zugeschnittenes Marketing-Team aufzustellen, das den Spagat zwischen Generalist und Spezialist schafft. Wir sind überzeugt, dass diese flexibel konfigurierbaren und skalierbaren Marketing-Teams die beste Investition sind, um die notwendigen Kennzahlen für die Unternehmensbewertung zu erzeugen. Um die Schwelle für Startups niedrig zu halten, gehen wir selbst mit in die unternehmerische Verantwortung, so dass nicht unverhältnismäßig viel Kapital gebunden wird.

Könnt ihr davon leben?

Steffen Schwab: Wir kalkulieren kostendeckend und investieren unseren Profit. Ziel ist es, langfristig mit diesen Investitionen Geld zu verdienen. Wir bieten auch effektive Workshop- und Sprint-Formaten an. Diese sind zeitlich kompakt und bergen kein hohes Risiko, bieten aber einen großen Hebel zur Skalierung. Bei uns und vor allem aber bei unseren Auftraggebern.

Ihr setzt Startups hier Grownups entgegen, also Konzerne. In der Agentursprache häufig auch Dickschiffe oder Tanker genannt – ihr glaubt also, ihr könnt diese mit eurem Ansatz ebenfalls wenden?

Ina Neumann: Konzerne, Mittelstand, Startups, Gründer*innen, Vorstand, Entscheider*innen … am Ende wollen alle das Gleiche: Mit einem relevanten Angebot relevant im Alltag der Menschen sein und sich am Markt beweisen. Wir helfen den jungen Unternehmen, sich zu etablieren und den Etablierten, jung zu bleiben.

Uns ist in den letzten Jahren kaum ein gestandenes Unternehmen begegnet, welches sich nicht in der Transformation befindet, sich mit Digitalisierung und New Work befasst und dabei versucht, innovationsfähig zu bleiben. Oder zu werden. Unsere Arbeit ist ergebnisgetrieben, das bedeutet, wir erfinden nicht alles neu, sondern setzen auf dem auf, das bereits da ist und wandeln es um.

Wo habt ihr euch für den Namen inspirieren lassen, bei der Liste kreativer Friseursalons?

Steffen Schwab: Uns treiben Ideen an, die das Potenzial haben, die Welt zu verändern. Die Herausforderung ist, dass diese im Vorfeld nur schwer von Hirngespinsten zu unterscheiden sind. Egal ob es ein Telefon ohne Tasten, Strom aus Sonnenstrahlen, ein Taxi auf Knopfdruck oder Kartoffelpüree aus Pulver ist – Dinge, die wir heute für selbstverständlich halten, waren zum Zeitpunkt ihrer Erfindung alles andere als normal. Wir wollen diesen ungewöhnlichen Ideen offen gegenübertreten und ihr Potenzial erkunden. Und wir wollen ein “Partner in Crime” für Gründer und Initiatoren sein, die aus dem Ungewöhnlichen das neue Mainstream entwickeln.

Bildquellen

  • Ina Neumann und Steffen Schwab: Christopher Ruckwied

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