Startseite News & Stories Hamburger Start-up setzt sich mit smarter Idee gegen Paketflut in der Pandemie durch

Hamburger Start-up setzt sich mit smarter Idee gegen Paketflut in der Pandemie durch

von SolopreneurRATGEBER
Während der Pandemie hat Online-Shopping stark zugenommen. Nüwiel löst die Herausforderung der effizienten und nachhaltigen „Last-Mile-Delivery" mit einer elektrischen Lösung.

Für die schnelle, innovative Bewältigung von urbanen Herausforderungen in der COVID-19-Pandemie hat die europäische Start-up-Gemeinde das durch das Europäische Innovations- und Technologieinstitut (EIT) finanzierte SPECIAL: COVID-19 Beschleunigerprogramm ins Leben gerufen. EIT Urban Mobility hat das Programm mit Fachwissen, Kapital und Kooperationen unterstützt; mit dem Ergebnis, dass viele der Start-up-Unternehmen nun in die Umsetzung gehen können.

Das SPECIAL: COVID-19-Beschleunigerprogramm ist die erste EU-finanzierte Initiative dieser Art für Start-ups. Das Programm wurde von der Deep Tech Alliance, einer Allianz führender europäischer Innovationszentren, darunter auch UnternehmerTUM aus München, ins Leben gerufen und von Futurebox im DTU-Wissenschaftspark nördlich von Kopenhagen geleitet. Das Ziel des Programmes: Lösungen für die Bewältigung der Corona-Krise in Städten zu finden. Diese richten sich wiederum unmittelbar an Entscheidungsträger in europäischen Metropolen.

„Wir brauchen alle Ideen und Anstrengungen, um Corona zu besiegen. Die europäische Gemeinschaft der Existenzgründer zeichnet sich durch Intelligenz, Ausdauer und Gespür für die Wirtschaft aus. Trotz des kurzen Zeitrahmens, der für die Umsetzung zur Verfügung steht, bin ich von der außerordentlich hohen Qualität, der Internationalität der Teilnehmer sowie der soliden Organisation und den Erfolgen des Programmes beeindruckt“, sagt Fredrik Hånell, Direktor für Unternehmensgründung, EIT Urban Mobility, über das neue Programm. „Alle 23 Start-ups, die an dem Beschleunigerprogramm teilgenommen haben, haben Gründerzentren, kommunale Entscheidungsträger und potenzielle Investoren überzeugt. Ich bin zuversichtlich, dass wir mit solchen europäischen Innovationen zu dem Stadtleben, wie wir es kennen, zurückkehren werden können.“

Die Pandemie als eine unternehmerische Chance

Martin Giese, Geschäftsführer Xpreneurs von UnternehmerTUM, ist stolz darauf, dass sich seine Organisation dazu entschieden hat, das EIT-Beschleunigerprogramm für urbane Mobilität SPEZIAL: COVID-19 zu initiieren.

„Wir waren der Meinung, dass die Bekämpfung der Pandemie durch Innovation die richtige Kombination aus gesellschaftlichem Nutzen und unternehmerischen Möglichkeiten bietet. Angesichts der Fragmentierung des europäischen Marktes ist die Internationalisierung eine zentrale Herausforderung für Deep-Tech-Start-ups. Indem wir Partner in Schlüsselmärkten haben, können wir unsere Unterstützung, die wir ihnen auf ihrem Weg bieten können, ausbauen.”

Mit dem virtuellen Ultimate Demo Day Anfang Dezember erreichte das Programm seinen Höhepunkt: Die 23 partizipierenden Start-ups nahmen an einem Pitch vor 400 Investoren auf internationaler Ebene teil. Mit großem Erfolg: Fast alle Start-ups stehen nun im Dialog mit potenziellen Investoren und erhalten eine Förderung.

Online-Shopping mit intelligenter Last-Mile-Paketzustellung

Eine der innovativen Lösungen stammt von dem Hamburger Start-up-Unternehmen Nüwiel.

Die Pandemie hat die Einkaufsgewohnheiten noch einmal stark zugunsten des Online-Shoppings verändert. Infolgedessen müssen unzählige Pakete an Abholstellen oder direkt an die Stadtbewohner geliefert werden. Nüwiel hat dafür eine effiziente und nachhaltige Lösung für die „First- und Last-Mile-Lieferung“ (Lieferung von Lieferanten an das Unternehmen oder bis an die Haustür) entwickelt: Einen Anhänger für Elektrofahrräder. Mit dem e-Trailer für alle E-Bikes und Lastenfahrräder ist es möglich, schwere und sperrige Güter sicher und flexibel zu transportieren. Außerdem wird das Verkehrsaufkommen durch die Fahrradzustellung deutlich reduziert.

Natalia Tomiyama, Mitbegründerin und Geschäftsführerin von Nüwiel: „Die vergangenen drei Monate waren extrem anspruchsvoll, haben sich aber in vielerlei Hinsicht ausgezahlt. Das Wichtigste, das wir im Rahmen des Programmes erhalten haben, war die Unterstützung durch die hochkarätigen Mentoren, der Austausch mit anderen Mobilitäts-Start-ups und der Zugang zum Netzwerk von Mitarbeitern, Investoren und potenziellen Kunden.“

Weitere innovative Lösungen, die in dem Programm entstanden sind, sind zum Beispiel ein antivirales Messingwerkzeug, mit dem Türen ohne direkte Berührung geöffnet werden können, um die Hände sauber und virenfrei zu halten, oder eine Marktforschungs-App, mit welcher Nutzer Punkte sammeln können, wenn sie sich für ein umweltfreundliches Fortbewegungsmittel (Fahrradfahren, öffentliche Verkehrsmittel, Carsharing) entscheiden. Gleichzeitig werden so anonymisierte Daten gesammelt, um sich nachhaltig den veränderten Verkehrsströmen anzupassen.

Bildquellen

  • eBike-Trailer: Nüwiel: Anne Gaertner.

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