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Die Grenzen des eigenen Steuerberaters

von SolopreneurRATGEBER

Viele Klienten sind der Überzeugung, dass es ausreicht, einen Steuerberater zu konsultieren, der den gesamten Beratungsprozess für die persönliche finanzielle und steuerliche Ausrichtung übernimmt. Eine fundierte Zweitmeinung einzuholen, ist jedoch immens wichtig, um zur langfristig besten Lösung für das eigene Geld zu kommen.

Den richtigen Steuerberater zu finden, ist nicht einfach

Welches sind die Hauptaufgaben eines Steuerberaters? Er sorgt dafür, dass seine Klienten im steuerrechtlichen Rahmen möglichst optimal und natürlich legal ihre eigenen Finanzen optimieren. Was jedoch nicht passiert, zumindest in den allermeisten Fällen, ist eine Beratung, die über diesen vorgegebenen Rahmen hinausgeht. Natürlich kann man sich innerhalb dieses engen Korsetts bewegen und noch den einen oder anderen Euro unter Umständen optimieren, doch wer hinterfragt den vorgegebenen steuerrechtlichen Rahmen? Wer zeigt ernsthafte Alternativen zum bestehenden Modell auf?

Hierzu ist eine ganz andere Form von Wissen und praxisrelevanter Expertise notwendig, die viele Steuerberater einfach nicht haben. Dies ist gar nicht als Vorwurf zu sehen, sondern jeder setzt sich seinen Rahmen so, wie er ihn braucht. Vielleicht gibt es aber auch noch andere Wege als die bisher verfolgten, die zu einer Steueroptimierung führen.

Der Blick auf Details

Es gibt viele Perspektiven, wie die Realität betrachtet werden kann. Manche Menschen fühlen sich sicher, wenn sie einzelne Elemente herausgreifen und diese genau analysieren. Andere wiederum haben das große Bild vor sich und untersuchen die Zusammenhänge verschiedener Prozesse und Strukturen.

Im Idealfall werden Sie im Steuerbereich von Experten beider Lager beraten. So können Sie die besten Alternativen untersuchen und zu einer fundierten Entscheidung für das Vermögen und die steuerliche Ausrichtung ihrer Klienten kommen.

Auch Steuerberater sind nur Menschen, die nicht alles wissen können. Um sich mit allen gangbaren Alternativen für das eigene Vermögen auseinander zu setzen, bedarf es auch nicht nur einer Person, sondern Experten aus verschiedenen Bereichen, die bereits bewiesen haben, dass deren Modelle in der steuerrechtlichen Praxis funktionieren.

Die Wahrheit liegt in der Praxis

Erschwerend kommt hinzu, dass sich die Theorie oft besser und leichter anhört als die gelebte Praxis. Wer beispielsweise seinen Steuer- und Wohnsitz ins Ausland verlegt hat, kann davon wahrscheinlich ein Lied singen. Es kann nämlich passieren, dass monatelange Vorbereitungen durch einen Formfehler oder einen fehlenden Stempel, innerhalb von Sekunden, zunichte gemacht werden. Es sollte daher tatsächlich auf Experten gesetzt werden, die Erfahrung in der Praxis vorweisen können.

Auch für die Gründung eines Vereins beispielsweise, gibt es gewisse Punkte, die einfach zu beachten sind und ihre Wirkung erst in der gelebten Praxis zeigen. Wer den eigenen steuerrechtlichen Horizont erweitern möchte, sollte aus den Fehlern anderer lernen, um diese nicht selbst zu begehen.

Was muss Steueroptimierung leisten?

Es gibt mehrere Dinge, die verschiedene steuerrechtliche Modelle, leisten können. Einerseits kann dafür gesorgt werden, dass staatliche Instanzen, schwieriger auf das verwaltete Vermögen zugreifen können. Niemand weiß, wie es wirtschaftlich und politisch, aufgrund der Covid-Krise, weitergeht. Es kann durchaus sein, dass der Staat über verschiedene Wege Zugriff auf das Vermögen der Bürger erhalten will.

Man “bedient” sich natürlich immer bei dem Geld, welches am leichtesten erreichbar ist. Erst danach werden andere Optionen in Betracht gezogen. Somit ist der Vermögensschutz ein enorm wichtiger Bestandteil jeder Steueroptimierungsstrategie.

Weiters ist es für viele Klienten wichtig, die Kontrolle und die Selbstbestimmung über ihre eigenen Finanzen zurückzuerlangen, was mit speziellen Modellen ebenfalls möglich ist. So kann beispielsweise ein Verein gegründet werden, der die bevorzugten Projekte der Klienten umsetzt und gleichzeitig dadurch keine Steuern anfallen.

Vermehrung von Vermögen versus Verwaltung

Natürlich ist auch die Vermehrung des eigenen Vermögens ein wichtiger Bestandteil, der oftmals von der Gesellschaft kritisiert wird. Steuern würden dem Allgemeinwohl vorenthalten werden, wenn man diverse Modelle realisiert. Dass dem nicht so ist, dürfte auf der Hand liegen, denn beispielsweise ein Verein MUSS zwingenderweise einem steuerrechtlich akzeptierten Allgemeinwohl dienen. Der einzige Unterschied: Die Vereinsgründer können selbst entscheiden, was mit dem Geld passiert, für welchen Zweck es eingesetzt wird und für welchen nicht. Da die Steuern gegen 0 tendieren, kann es sogar leicht passieren, dass mehr Geld für diese Zwecke ausgegeben werden können als mit der ursprünglich zu zahlenden Steuerlast.

Aber auch Genossenschaften sind eine beliebte Form, das eigene Vermögen zu verwalten. Insgesamt kann festgehalten werden, dass viel zu wenig Steuerberater sich ernsthaft mit alternativen Wegen der Vermögens- und Steueroptimierung auseinandersetzen.

Keine exotischen Konstruktionen nötig

Das Ärgerliche daran: Es ist überhaupt nicht kompliziert, solche Strukturen, völlig legal, innerhalb des DACH-Raumes umzusetzen. Das Einzige, was viele Steuerberater daran hindert, ist die Angst, Fehler zu machen in der Realisierung der Modelle und natürlich die Angst, einen erheblichen Mehraufwand zu haben dadurch.

Klienten wiederum befassen sich zu wenig mit Steueroptimierungsmaßnahmen, weil sie größtenteils sozial geächtet sind oder einen schlechten Ruf haben oder weil sie glauben, dass enorm große Summen für die Umsetzung notwendig sind. Die Praxis zeigt jedoch, dass es bereits ab einem Jahresgewinn von 20.000 Euro Sinn macht, sich mit Alternativmodellen auseinander zu setzen.

Autoreninfo

Marc Schippke ist CEO und Geschäftsführer der Schippke Wirtschaftsberatung AG. Zusammen mit einem ausgewiesenen Expertenpool sorgt er dafür, dass seine Mandanten ihre Steuern optimieren, sich internationalisieren und gemeinwohlorientiert wirtschaften.

Bildquellen

  • Marc Schippke: Marc Schippke

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