Startseite Events Deutscher Gründerpreis: „Maschinenbau“, „Digitales“ und „Nahrungsmittel“ führen im Branchenranking

Deutscher Gründerpreis: „Maschinenbau“, „Digitales“ und „Nahrungsmittel“ führen im Branchenranking

Zieht die Digital-Branche allen anderen davon? Mit der GBS German Bionic Systems aus Augsburg, Gewinner des Deutschen Gründerpreises 2019, hatte der Maschinen- und Anlagenbau mit anderen Branchen gleichgezogen! Unternehmen aus den Bereichen „Digitales“ und „Nahrungsmittel“ waren beim Deutschen Gründerpreis bis dahin besonders erfolgreich gewesen. Nach der pandemiebedingten Pause hat 2021 vor allem die Digital-Branche die Chance, ihren Vorsprung auszubauen.

von smwx

Mit dem Hamburger Identität-Verifizierungs-Unternehmen Nect, dem IT-Sicherheits-Dienstleister SoSafe aus Köln und dem Medizin-App-Anbieter Sympatient aus Hamburg haben in diesem Jahr gleich drei Finalisten aus dem Digital-Segment die Chance auf den Deutschen Gründerpreis. Die Fahne für den Maschinen- und Anlagenbau trägt 2021 die Hydrogenious LOHC Technologies aus Erlangen. Die Entscheidung fällt am 14. September im ZDF-Hauptstadtstudio. Das ZDF ist gemeinsam mit den Sparkassen, stern und Porsche Initiator des Deutschen Gründerpreises.

Der Deutsche Gründerpreis ist auch ein Innovationspreis, würdigt er doch nicht nur die Gründerpersönlichkeiten selbst, sondern berücksichtigt zudem, wie erfolgreich diese ihre durchweg neuartigen Produkte und Services am Markt platzieren konnten. Unter den Finalisten in diesem Jahr sind außergewöhnliche Unternehmen wie die yuri GmbH aus Meckenbeuren, die Laborversuche in Schwerelosigkeit einfacher, schneller und kostengünstiger ermöglicht – etwa auf der Internationalen Raumstation ISS – aber auch die innovativen Minimalschuh-Erfinder von Wildling mit ihrer riesigen Fan-Base.

Wie sehr die Gründerpreis-Jury Innovationen schätzt, zeigte sich besonders häufig und eindrucksvoll an Unternehmen, die sich auf Digitales spezialisiert haben. Eine Bandbreite, die vom Einsatz künstlicher Intelligenz bei Website-Services (Jimdo aus Hamburg) über die herausragende Boxcryptor-Verschlüsselung (Secomba aus Augsburg) bis hin zu innovativer Sensortechnik (iNDTact aus Würzburg) reicht, verhalf Vertretern aus diesem Segment bereits fünf Mal zu Sieg.

Dem standen die Unternehmen der Nahrungs- und Genussmittelbranche bislang in nichts nach. Auch sie durften bereits fünf Mal die Siegertrophäe mit nach Hause nehmen. Von den leckeren Müsli von MyMüsli aus Passau über die Softdrinks von Lemonaid aus Hamburg bis hin zur „Wurst 2.0“ von Grillido aus München: Beim Deutschen Gründerpreis kann einem durchaus das Wasser im Mund zusammenlaufen.

Der Maschinen- und Anlagenbau hat in diesem inoffiziellen Ranking 2019 mit dann ebenfalls fünf Siegen aufgeschlossen. Unter den Gewinnern waren neben dem jüngsten Preisträger, Exoskelett-Hersteller GBS German Bionic Systems aus Augsburg, innovative Reaktor-Technologie-Spezialisten wie Ineratec aus Karlsruhe, aber beispielsweise auch Pioniere der Nanotechnologie wie attocube systems aus München.

Für das inoffizielle Branchenranking wurden jene Unternehmen nach Branchenzugehörigkeit ausgewertet, die den Deutschen Gründerpreis entweder in der Kategorie StartUp oder als Aufsteiger gewonnen haben, seit dieser 2002 erstmals vergeben wurde. Den ersten Platz teilen sich mit jeweils fünf Siegen Unternehmen aus dem Digital-Bereich (Internet, Online-Services und Multimedia sowie Datenverarbeitung und Software) mit Unternehmen der Nahrungs- und Genussmittelbranche und dem Maschinen- und Anlagenbau.

Die Finalisten in der Kategorie StartUp, ein- bis maximal dreijährige Unternehmen, die ihre Geschäftsidee besonders erfolgreich am Markt etabliert haben, sind:

  • SoSafe GmbH, Köln: Mit ihrer Trainings- und Sensibilisierungsplattform hilft SoSafe Unternehmen, die Belegschaft als „menschliche Firewall“ zu aktivieren, denn neun von zehn Cyber-Angriffen starten mit dem Faktor Mensch. Größtes Einfallstor für Cyber-Attacken sind nach wie vor Phishing-Mails. Die EU-Agentur für Cybersicherheit spricht von einem coronabedingten Phishing-Mail-Anstieg auf das Siebenfache. Solche Mails zu simulieren ist essenzieller Bestandteil der SoSafe-Lösung.
  • Sympatient GmbH, Hamburg: Zehn Millionen Menschen in Deutschland leiden an Angststörungen. Die Invirto-App von Sympatient könnte mehr als der Hälfte von ihnen helfen. Sie bringt den „Goldstandard der Angsttherapie“, die sogenannte Exposition, aufs Smartphone. Die App kombiniert klassische Therapie mit Virtual Reality und transferiert sie ins Digitale. Das vielversprechende, digitale Medizinprodukt des jungen Unternehmens wird von allen gesetzlichen Krankenkassen erstattet.
  • yuri GmbH, Meckenbeuren: Laborversuche in Schwerelosigkeit einfacher, schneller und kostengünstiger ermöglichen – auf Parabelflügen oder auf der Internationalen Raumstation ISS: Mit einem ausgeklügelten Baukastensystem aus Mini-Laboren hat yuri die „Demokratisierung der Schwerelosigkeit“ zum Geschäftsmodell erklärt. Versuche sind ab 10.000 Euro möglich, zur ISS gehts ab 95.000 Euro. Elf Mal schon absolvierte das Team erfolgreiche Missionen auf die Internationale Raumstation.

In der Kategorie Aufsteiger werden Unternehmen ausgezeichnet, die nicht älter als neun Jahre sind und bereits ein außerordentliches Wachstum erreicht haben. Nominiert sind in diesem Jahr:

  • Hydrogenious LOHC Technologies GmbH, Erlangen: Grüner Wasserstoff ist in vielen Industrien für die Transformation zur Klimaneutralität essenziell, von der Stahlerzeugung bis zur Glasherstellung. Mit Hilfe der von Hydrogenious entwickelten LOHC-Technologie kann grüner Wasserstoff gefahrlos und effizient gelagert und transportiert werden: Das leicht entzündliche Gas wird an ein Öl gebunden, später wird es wieder freigesetzt. Das Öl selbst wird wiederum für die nächste Ladung benutzt.
  • Nect GmbH, Hamburg: Über 3,5 Millionen Identitäten hat die Nect GmbH mit ihrer „Selfie-Ident“-App bereits verifiziert, täglich kommen bis zu 20.000 weitere dazu. Das innovative Verfahren kombiniert Selfie-Videos mit künstlicher Intelligenz, überprüft die Echtheit des Ausweisdokuments anhand der Sicherheitsmerkmale und die Lebendigkeit des Nutzers anhand der Muskelbewegungen im Gesicht. Der Gang zur Postfiliale oder lange Wartezeiten beim Videogespräch mit einem Agenten entfallen.
  • Wildling Shoes GmbH, Engelskirchen: Ein Großteil der Menschen ist wegen einengender Schuhe fußkrank. Wildling hat seinen innovativen Ansatz, Füßen möglichst viel Freiheit zu lassen, kompromisslos und erfolgreich umgesetzt, dafür Fans in aller Welt gewonnen. Der Schuh wurde völlig neu konstruiert, zu den verwendeten Materialen zählt sogar Papier. Mit einer Dicke ab 1,5 Millimeter ermöglicht die Wildling Sohle, den Untergrund wieder aktiv wahrzunehmen und trainiert zudem die Muskulatur.

Die sechs Finalisten erhalten eine individuelle, auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Beratung durch die Porsche Consulting. Zudem übernehmen Mitglieder des Kuratoriums des Deutschen Gründerpreises über einen Zeitraum von zwei Jahren Patenschaften für jeden Finalisten und stellen ihr Know-how und ihre Erfahrungen zur Verfügung. Die Unternehmen erhalten außerdem ein Medientraining beim ZDF sowie Zugang zum Netzwerk des Deutschen Gründerpreises.

Vorgeschlagen wurden die Unternehmen durch die rund 300 Experten des Deutschen Gründerpreises. Sie stammen aus renommierten Unternehmen, Technologiezentren, Ministerien, Gründungsinitiativen und der Sparkassen-Finanzgruppe. Die Experten verfügen über jahrelange Erfahrungen mit Unternehmensgründungen und sehr gute Branchenkenntnisse. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie unterstützt den Deutschen Gründerpreis.

Ausführliche Unternehmensporträts der Finalisten und weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.deutscher-gruenderpreis.de.

Bildquellen

  • Deutscher Gruenderpreis 2019 In Berlin: Franziska Krug für Deutscher Gründerpreis

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